Corona plötzlich ganz nah

„Ach, das trifft doch nur die anderen“ – so denken viele in der derzeitigen Corona-Krise. So ähnlich ging es uns auch, bis plötzlich die komplette Familie einer unserer Töchter (Eltern + 3 kleine Kinder) unverschuldet nach und nach positiv getestet wurde. Als Infektions-Schutzmaßnahme musste die ganze Familie in eine dreiwöchige Isolation. Die Kindergartengruppe der Kleinsten und die halbe Schulklasse der Ältesten sowie Freunde und Nachbarn mussten in Quarantäne; glücklicherweise hat sich hier niemand angesteckt. Wir Großeltern durchlebten bange Tage bis zum erlösenden negativen PCR-Test.

Wir konnten in dieser Zeit die erkrankte Familie nur Essen und Einkäufe vor die Tür stellen. Den Anblick der Kinder und der schwerkranken Eltern hinter der Glastür werden wir niemals vergessen – das „Nichthelfenkönnen“ war ein furchtbares Gefühl. Die Eltern lagen tagelang mit sehr hohem Fieber, heftigem Husten und völliger Abgeschlagenheit im Bett, während die drei Kinder nur leicht erkrankten und eigentlich relativ munter und unternehmenslustig waren. 3 Wochen isoliert, nur Home-Schooling soweit möglich. Unsere Tochter sagte mir am Telefon „Ach, wäre ich doch schon geimpft gewesen!“ Sie leidet noch nach fünf Wochen an den Folgen dieser schrecklichen Krankheit – ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Das ist auch der Grund, warum ich diesen kleinen Beitrag geschrieben habe. Ich möchte aufzeigen, wie hart es eine Familie auch ohne Vorerkrankungen und Risikofaktoren und ohne Intensivstation mit Überlebenskampf treffen kann. Auch als Apothekerin werde ich natürlich öfters mit Impfzweifeln und Verharmlosungen der Krankheit konfrontiert. Nachdem ich aber hautnah miterleben musste, wie ausgeprägt die Symptome trotz Vorbeugung durch Vitamine oder Mineralien sind, kann ich nur raten, sich impfen zu lassen. Sonst wären Pocken usw. immer noch nicht ausgerottet und andere schwere Krankheiten nicht eingedämmt. Dieses Virus und die Mutationen darf man auf keinen Fall verharmlosen – das sind wir auch den vielen Erkrankten und Verstorbenen schuldig. Ich als Naturwissenschaftlerin vertraue hierbei den vielen seriösen Virologen und Experten. Wer Ängste oder gesundheitliche Bedenken hat, sollte sich seinem Hausarzt oder seiner Hausärztin anvertrauen. Statistisch gesehen sind weltweit die Risken schwerer Krankheiten viel, viel höher als die Impfrisiken. Schließlich geht es nicht nur um uns selbst, sondern nur gemeinschaftlich können wir diese schreckliche Krankheit durch „Herdenimmunität“ besiegen. Letzteres gilt auch für Hygiene, Maskentragen, Abstandhalten und Testen. Wir alle sind mitverantwortlich, künftiges Leid möglichst zu vermeiden und alles zu tun, damit wir bald wieder ein weitgehend normales Leben führen können.

Maria Weiss

 

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